Dispokredit und Kreditkartenschulden ablösen

    Der Dispo ist bequem und deshalb gefährlich. Er hat keine Laufzeit, keine Tilgung und kein Ende. Genau das macht ihn zum teuersten Posten in vielen Haushalten.

    Stilisierter Münzstapel als Kopfmotiv für den Beitrag über das Ablösen von Dispokredit und Kreditkartenschulden
    Enis Recica Immobiliar-Darlehensvermittler nach § 34i GewO, Reg.-Nr. D-IR9N-6D2DR-51 Zuletzt geprüft am 7 Minuten Lesezeit

    Kurz gefasst

    • Der Dispositionskredit ist unbesichert, jederzeit kündbar und hat keine Tilgungsverpflichtung. Deshalb ist er regelmäßig die teuerste laufende Verbindlichkeit im Haushalt.
    • Wer Wohneigentum besitzt, kann ihn zusammen mit anderen Verbindlichkeiten über die Grundschuld ablösen. Aus einer dauerhaften Überziehung wird ein Darlehen mit fester Rate und festem Ende.
    • Der eigentliche Erfolg liegt nicht in der Ablösung, sondern darin, dass das Konto danach nicht wieder ins Minus rutscht. Dafür braucht es eine Entscheidung über die Kreditlinie.

    Warum der Dispo die teuerste Schuld im Haushalt ist

    Für die Bank ist der Dispositionskredit die riskanteste Kreditform, die sie vergibt. Er ist unbesichert, kann jederzeit in voller Höhe gezogen werden, hat keine feste Laufzeit und keine Tilgungsverpflichtung. Sie weiß weder, wie viel Sie in Anspruch nehmen, noch wann das Geld zurückkommt.

    Am anderen Ende der Skala steht das grundpfandrechtlich gesicherte Darlehen: feste Summe, feste Tilgung, im Grundbuch eingetragene Sicherheit. Zwischen diesen beiden Polen liegt der Unterschied, den eine Umschuldung nutzbar macht.

    Dispo, geduldete Überziehung, Teilzahlung

    Drei Formen, die wirtschaftlich ähnlich wirken und juristisch verschieden sind.

    FormDispositionskredit Rechtsgrundlage§ 504 BGB Besonderheitvereinbarte Linie, jederzeit nutzbar, keine Tilgungspflicht
    FormGeduldete Überziehung Rechtsgrundlage§ 505 BGB Besonderheitüber die Linie hinaus, noch teurer, gilt als Warnsignal
    FormKreditkarte mit Teilzahlung RechtsgrundlageVertrag Besonderheitnur Mindestbetrag wird eingezogen, Rest läuft weiter

    Die geduldete Überziehung wird bei einer späteren Kreditprüfung besonders kritisch gesehen, weil sie auf eine dauerhafte Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben hindeutet.

    Der einfachste Teil einer Bündelung

    Anders als bei Ratenkrediten muss beim Dispo keine Ablösebestätigung angefordert werden. Der Sollstand wird zum Stichtag einfach ausgeglichen. Das macht ihn zum unkompliziertesten Bestandteil einer Umschuldung.

    Wichtig ist nur, dass der Stand zum Auszahlungstag angesetzt wird, nicht der vom Antragstag. Zwischen beiden liegen oft Wochen, in denen sich der Saldo bewegt.

    Die Entscheidung, die meistens zu spät fällt

    Wenn der Dispo abgelöst ist, die Kreditlinie aber bestehen bleibt, ist die Versuchung groß, sie wieder zu nutzen. Am Ende haben Sie dann beides: das neue Darlehen und einen erneut gezogenen Dispo. Die Gesamtbelastung ist höher als vorher.

    Deshalb gehört die Frage nach der Kreditlinie in dasselbe Gespräch wie die Umschuldung, nicht ein Jahr später. Zwei Wege stehen offen:

    • Die Linie ganz streichen. Klar, aber unbequem bei schwankenden Einnahmen.
    • Die Linie deutlich reduzieren, auf einen Betrag, der als Puffer für Schwankungen reicht, aber nicht als zweite Finanzierungsquelle taugt.

    Bei Kreditkarten mit Teilzahlungsfunktion gilt dasselbe: nach der Ablösung auf vollständigen Einzug umstellen, sonst entsteht das Muster erneut.

    Wann sich der Aufwand nicht lohnt

    Rechnerisch lohnt sich die Ablösung fast immer. Praktisch nicht, wenn der Sollstand niedrig ist und Sie ihn in wenigen Monaten aus dem laufenden Einkommen ausgleichen können. Der Aufwand einer Grundschuldaufstockung mit Notar- und Grundbuchkosten braucht eine Größenordnung, bei der der Unterschied spürbar wird.

    Der Fall, für den die Bündelung gemacht ist, sieht anders aus: ein Dispo, der seit Jahren dauerhaft gezogen ist, sich nicht von selbst zurückführt und neben anderen Verbindlichkeiten steht.

    Häufige Fragen

    Weil er für die Bank die riskanteste Kreditform ist. Er ist unbesichert, kann jederzeit in voller Höhe gezogen werden, hat keine feste Laufzeit und keine Tilgungsverpflichtung. Die Bank weiß also weder, wie viel Sie in Anspruch nehmen, noch wann sie ihr Geld zurückbekommt. Dieses Risiko bepreist sie. Ein grundpfandrechtlich gesichertes Darlehen ist am anderen Ende der Skala: feste Summe, feste Tilgung, eingetragene Sicherheit. Zwischen beiden liegt der Unterschied, den eine Umschuldung nutzbar macht.

    Der Dispositionskredit ist eine vereinbarte Kreditlinie, geregelt in § 504 BGB. Sie dürfen bis zu dieser Grenze ins Minus gehen. Die geduldete Überziehung nach § 505 BGB liegt darüber: Die Bank lässt eine Buchung zu, obwohl kein Rahmen mehr da ist. Diese ist noch einmal deutlich teurer und wird von Banken bei einer späteren Kreditprüfung besonders kritisch gesehen, weil sie auf eine dauerhafte Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben hindeutet.

    Über denselben Weg wie andere Verbindlichkeiten: Die Grundschuld auf Ihrer Immobilie wird genutzt oder aufgestockt, das neue Darlehen löst den Sollstand aus. Anders als bei einem Ratenkredit gibt es dabei keine Ablösebestätigung anzufordern, der Sollstand wird einfach zum Stichtag ausgeglichen. Das macht den Dispo zum unkompliziertesten Teil einer Bündelung. Wichtig ist nur, dass der Stand zum Auszahlungstag stimmt, nicht der vom Antragstag.

    Das ist die entscheidende Frage, und sie wird meistens zu spät gestellt. Wenn der Dispo abgelöst ist, die Linie aber bestehen bleibt, ist die Versuchung groß, sie wieder zu nutzen. Dann haben Sie am Ende beides: das neue Darlehen und einen erneut gezogenen Dispo. Wir empfehlen, die Linie entweder ganz zu streichen oder deutlich zu reduzieren, auf einen Betrag, der als Puffer für Schwankungen reicht, aber nicht als zweite Finanzierungsquelle taugt. Diese Entscheidung gehört in dasselbe Gespräch wie die Umschuldung, nicht ein Jahr später.

    Sie funktionieren wirtschaftlich wie ein Dispo mit anderem Namen. Der Saldo wird nicht vollständig eingezogen, sondern nur ein Mindestbetrag, der Rest läuft weiter. Weil die monatliche Belastung dabei niedrig wirkt, fällt der Aufbau lange nicht auf. Bei einer Bündelung gehören diese Salden mit hinein. Prüfen Sie danach, ob die Karte auf vollständigen Einzug umgestellt werden kann, sonst entsteht dasselbe Muster erneut.

    Ja, auf zwei Wegen. Die eingeräumte Kreditlinie ist bei der Schufa gespeichert, unabhängig davon, ob Sie sie nutzen. Und die Kontoauszüge, die die Bank nach § 505b Absatz 3 BGB einsehen muss, zeigen den tatsächlichen Verlauf. Ein dauerhaft ausgeschöpfter Dispo ist dabei ein deutlich ungünstigeres Signal als ein einmaliger Ausschlag. Deshalb ist es sinnvoll, ihn im Antrag von sich aus zu nennen und einzuordnen, statt darauf zu warten, dass die Marktfolge ihn findet.

    Rechnerisch fast immer, praktisch nicht unbedingt. Wenn der Sollstand niedrig ist und Sie ihn in wenigen Monaten aus dem laufenden Einkommen ausgleichen können, ist das der einfachere Weg. Der Aufwand einer Grundschuldaufstockung mit Notar- und Grundbuchkosten lohnt sich erst ab einer Größenordnung, bei der der Unterschied spürbar wird. Wenn der Dispo dagegen seit Jahren dauerhaft gezogen ist und sich nicht von selbst zurückführt, ist genau das der Fall, für den die Bündelung gemacht ist.

    Passend zum Thema

    Umschuldung

    Dieser Beitrag gibt allgemeine Hinweise und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Rechtsstand ist der . Für steuerliche Fragen ziehen Sie bitte zusätzlich einen Steuerberater hinzu.

    Bereit für Ihre stressfreie Finanzierung?

    Lassen Sie sich kostenlos beraten und finden Sie heraus, wie wir Sie Schritt für Schritt zu Ihrer Traumimmobilie begleiten.

    Kostenlose Erstberatung
    Persönlicher Ansprechpartner
    In der Regel Zusage in 5 bis 7 Tagen
    Steuerliche Tipps inklusive
    Begleitung bis zum Notartermin
    ✓ 100% kostenlos · ✓ Keine Verpflichtungen · ✓ Antwort innerhalb von 24h