Für Kapitalanleger
Schritt 1 von 12
Auszug aus unseren Bankpartnern
Enis Recica
Seit 2016 in der Finanzbranche, über 1.000 begleitete Finanzierungen. Eingetragener Immobiliar-Darlehensvermittler nach § 34i GewO, Registernummer D-IR9N-6D2DR-51, Aufsicht IHK Koblenz.
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Eine Mehrfamilienhaus-Finanzierung ist ein Immobiliendarlehen für ein Gebäude mit mehreren abgeschlossenen Wohneinheiten, das als Ganzes angekauft und vermietet wird. Der Investor erwirbt dabei nicht eine einzelne Wohnung, sondern ein komplettes Grundstück samt Gebäude und tritt in sämtliche bestehenden Mietverhältnisse ein.
Der Unterschied zur Finanzierung einer einzelnen Eigentumswohnung liegt in der Betrachtungsweise der Bank. Bei einer einzelnen Wohnung stehen Kaufpreis, Lage und die Bonität des Käufers im Vordergrund, ergänzt um Teilungserklärung und Protokolle der Eigentümerversammlung. Beim Mehrfamilienhaus prüft die Bank dagegen ein eigenständiges Wirtschaftsgut mit eigener Einnahmen- und Kostenstruktur.
Damit steigt der Umfang der Prüfung deutlich. Die Bank verlangt eine vollständige Mieterliste, Angaben zum Instandhaltungsstau und eine nachvollziehbare Kalkulation der Bewirtschaftung. Ein Investor sollte diese Zahlen deshalb bereits vor der ersten Bankanfrage sauber aufbereitet haben, weil unklare Angaben in dieser Objektklasse regelmäßig zu Rückfragen und Verzögerungen führen.
Ein Mehrfamilienhaus finanzieren Sie in aller Regel über ein Immobiliendarlehen einer Bank, das mit einer Grundschuld auf dem Haus besichert ist und aus den Mieten bedient wird. Welcher Weg passt, hängt davon ab, wer kauft, wie groß Ihr Bestand schon ist und welche Sicherheiten Sie neben dem Objekt einbringen. In der Praxis kommen vier Wege vor, die Tabelle zeigt, worauf die Bank jeweils schaut.
Ob eine Bank den Fall im Privatkundengeschäft oder in der gewerblichen Immobilienfinanzierung führt, legt sie in ihren eigenen Kreditrichtlinien fest. Typische Auslöser sind die Zahl der Wohneinheiten im gesamten Bestand, das Kreditvolumen, eine Gesellschaft als Käufer und Gewerbeflächen im Haus. Nicht jede Bank hat für diesen Schritt eine Abteilung, deshalb klären wir vor der ersten Anfrage, wohin Ihr Fall gehört. Die Einzelheiten stehen im Beitrag ab wann ein Mehrfamilienhaus gewerblich finanziert wird.
| Weg | Wann er passt | Worauf die Bank schaut |
|---|---|---|
| Privates Immobiliendarlehen | Sie kaufen als Privatperson, Bestand und Kreditvolumen liegen im Rahmen der Bank | Miete nach Bewirtschaftung, Haushaltsrechnung, Eigenkapital |
| Gewerbliche Immobilienfinanzierung | Größerer Bestand, hohes Kreditvolumen oder Gewerbeflächen im Haus | Ob das Objekt den Kapitaldienst selbst trägt, Ihre Erfahrung als Vermieter |
| Kauf über eine GmbH | Die Gesellschaft ist Käuferin und Darlehensnehmerin | Bei einer neuen GmbH ohne Bilanzen die Gesellschafter, meist mit Bürgschaft |
| Zusätzliche Grundschuld auf einer bestehenden Immobilie | Wenig Eigenkapital, aber eine weitgehend bezahlte Immobilie im Bestand | Beleihungswert und freie Grundschuld des bestehenden Objekts |
Für ein Mehrfamilienhaus brauchen Sie als Eigenkapital mindestens die Kaufnebenkosten und zusätzlich die Differenz zwischen Kaufpreis und dem Darlehen, das die Bank auf Basis ihres Beleihungswerts gibt. Weil der Beleihungswert beim Mehrfamilienhaus aus dem Ertragswert abgeleitet wird und oft unter dem Kaufpreis liegt, fällt dieser zweite Teil häufig größer aus als bei einer selbst genutzten Wohnung.
Die Kaufnebenkosten setzen sich in Rheinland-Pfalz aus 5 Prozent Grunderwerbsteuer, rund 1,5 bis 2 Prozent für Notar und Grundbuch und gegebenenfalls der Maklerprovision zusammen. Bei einem Kaufpreis von 1.000.000 Euro sind das ohne Makler bereits 65.000 bis 70.000 Euro. Diese Kosten finanzieren Banken in aller Regel nicht mit, weil ihnen kein verwertbarer Gegenwert gegenübersteht.
Wie hoch der Anteil am Kaufpreis sein muss, legt jede Bank selbst fest. Entscheidend sind der Abstand zwischen Kaufpreis und Beleihungswert, die Kapitaldienstfähigkeit des Objekts und Ihre übrige Vermögenslage. Die Grundlagen erklären die Beiträge zum Eigenkapital und zu den Kaufnebenkosten.
| Baustein | Woraus er entsteht | Wer ihn trägt |
|---|---|---|
| Grunderwerbsteuer | 5 Prozent des Kaufpreises in Rheinland-Pfalz | Eigenkapital |
| Notar und Grundbuch | Rund 1,5 bis 2 Prozent des Kaufpreises | Eigenkapital |
| Maklerprovision | Nach Vereinbarung, entfällt beim Kauf ohne Makler | Eigenkapital |
| Lücke zwischen Kaufpreis und Darlehen | Beleihungswert aus dem Ertragswert, Beleihungsauslauf der Bank | Eigenkapital oder zusätzliche Sicherheit |
| Restlicher Kaufpreis | Darlehen gegen Grundschuld auf dem Haus | Bank |
Ein Mehrfamilienhaus lässt sich ohne Eigenkapital finanzieren, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Die wichtigste: Das Objekt muss den Kapitaldienst selbst tragen, also muss die angesetzte Miete nach Abzug der Bewirtschaftungskosten Zins und Tilgung decken. Dazu kommen Ihre persönliche Bonität und Ihr Track Record als Vermieter.
Weil die Bank nicht mit dem Kaufpreis, sondern mit ihrem Beleihungswert rechnet, ist eine Finanzierung ohne Eigenkapital durch die Grundschuld allein nicht gedeckt. Die Lücke schließen dann das Objekt und Sie als Darlehensnehmer. Die Übersicht zeigt, worauf Banken dabei achten.
Zusätzlich kann eine Grundschuld auf einer bereits weitgehend bezahlten Immobilie den Beleihungsauslauf verbessern. Was Banken bei einer Vollfinanzierung grundsätzlich verlangen, beschreibt der Beitrag Vollfinanzierung: was die Bank dafür verlangt, die Frage nach den Nebenkosten die Seite Kaufnebenkosten mitfinanzieren.
| Voraussetzung | Was die Bank prüft |
|---|---|
| Kapitaldienst aus dem Objekt | Die angesetzte Nettokaltmiete deckt nach Abzug der Bewirtschaftungskosten Zins und Tilgung |
| Persönliche Bonität | Einkommen, Vermögen, bestehende Verpflichtungen und eine saubere Schufa |
| Track Record | Erfahrung als Vermieter, bestehende Objekte, die sich tragen, und eine nachvollziehbare Historie |
| Objektqualität | Lage, Zustand, Vermietungsstand und ein Beleihungswert nahe am Kaufpreis |
Bei vermieteten Mehrfamilienhäusern steht nicht der Sachwert im Vordergrund, sondern der Ertragswert, also die Frage, welche Miete das Objekt dauerhaft erwirtschaftet. Die Bank fragt somit weniger, was der Neubau des Gebäudes heute kosten würde, sondern was das Haus als Kapitalanlage über die Jahre trägt.
In die Bewertung fließen vier Größen ein: der Jahresrohertrag, also die nachhaltig erzielbare Jahresmiete, die Bewirtschaftungskosten für Verwaltung, Instandhaltung und Mietausfallwagnis, der Liegenschaftszinssatz, mit dem die Erträge kapitalisiert werden, und die Restnutzungsdauer des Gebäudes.
Aus diesen Größen ermittelt die Bank einen Wert, der vom vereinbarten Kaufpreis abweichen kann. Liegt der ermittelte Ertragswert unter dem Kaufpreis, sinkt der finanzierbare Betrag und der Investor muss die Differenz aus Eigenmitteln tragen. Deshalb entscheidet eine belastbare Mietaufstellung häufig stärker über die Finanzierung als der Kaufpreis selbst.
Den vollständigen Rechenweg nach der Beleihungswertermittlungsverordnung, vom Rohertrag bis zur Restnutzungsdauer, zeigt der Ratgeber Wie die Bank ein Mehrfamilienhaus bewertet.
Ein Mehrfamilienhaus lässt sich über die Mieteinnahmen finanzieren, aber nur über den Teil der Miete, den die Bank nach ihren Abzügen noch ansetzt. Reicht er nicht für Zins und Tilgung, springt Ihr übriges Einkommen ein.
Die Bank rechnet beim Mehrfamilienhaus mit der tatsächlich vereinbarten Nettokaltmiete, nicht mit der möglichen Marktmiete und nicht mit den Betriebskostenvorauszahlungen. Liegt die nachhaltig erzielbare Miete über der vereinbarten, ist für den Beleihungswert nach § 10 der Beleihungswertermittlungsverordnung grundsätzlich die vereinbarte anzusetzen.
Von dieser Miete zieht die Bank Bewirtschaftungskosten ab. Verwaltung, Instandhaltung und Mietausfallwagnis müssen nach § 11 Abs. 2 BelWertV zusammen mindestens 15 Prozent des Rohertrags betragen. Leerstehende Wohnungen gehen meist nur mit einem vorsichtigen Ansatz oder gar nicht ein, und geplante Mieterhöhungen zählen erst, wenn sie wirksam sind.
Eine Modellrechnung ohne Aussage zu einem konkreten Objekt: Bei 60.000 Euro vereinbarter Jahresnettokaltmiete zieht die Bank mindestens 15 Prozent ab, also 9.000 Euro. Für Zins und Tilgung bleiben damit höchstens 51.000 Euro im Jahr oder 4.250 Euro im Monat. Rechnet die Bank in der Haushaltsrechnung mit 25 Prozent Abschlag, sind es 45.000 Euro im Jahr oder 3.750 Euro im Monat. Liegt die Rate darüber, muss Ihr übriges Einkommen die Differenz tragen.
| Einnahme | Ansatz der Bank |
|---|---|
| Vereinbarte Nettokaltmiete | Grundlage der Rechnung, abzüglich Bewirtschaftungskosten |
| Höhere Marktmiete | Zählt nicht, solange sie nicht vereinbart ist |
| Betriebskostenvorauszahlungen | Zählen nicht, sie sind durchlaufende Posten |
| Leerstehende Wohnung | Vorsichtiger Ansatz oder keiner, je nach Bank |
| Stellplätze und Garagen | Mit der vereinbarten Miete, oft gesondert ausgewiesen |
| Gewerbemiete | Getrennt bewertet, mit höherem Kapitalisierungszinssatz |
Die Bank stellt bei der Prüfung der Kapitaldienstfähigkeit die Mieteinnahmen abzüglich der Bewirtschaftungskosten dem Kapitaldienst aus Zins und Tilgung gegenüber. Übersteigt der verbleibende Überschuss den Kapitaldienst, trägt sich das Objekt aus eigener Kraft.
Wichtig ist dabei ein Punkt, den viele Investoren unterschätzen: Die Bank rechnet häufig mit einem kalkulatorischen Zins, der über dem aktuellen Marktzins liegt. Damit sichert die Bank die spätere Anschlussfinanzierung ab und prüft, ob das Objekt auch bei einem höheren Zinsniveau noch tragfähig bleibt.
Reicht der Überschuss aus dem Objekt nicht aus, zieht die Bank Ihre übrigen Einkünfte heran und betrachtet Ihre gesamte Haushaltsrechnung mit allen laufenden Darlehen. Wie streng diese Rechnung ausfällt, unterscheidet sich von Bank zu Bank erheblich, genau deshalb entscheidet die Auswahl der passenden Bank beim Mehrfamilienhaus besonders deutlich über Zusage oder Absage.
Tilgung und Zinsbindung bestimmen beim Mehrfamilienhaus, wie groß das Risiko bei der Anschlussfinanzierung ist. Eine lange Zinsbindung schafft Planungssicherheit für die Mietkalkulation, eine höhere Tilgung senkt die Restschuld bis zu ihrem Ende, verringert aber den monatlichen Überschuss aus dem Objekt.
Unabhängig von der vereinbarten Laufzeit dürfen Sie ein Darlehen mit festem Sollzins nach § 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB 10 Jahre nach vollständiger Auszahlung mit einer Frist von 6 Monaten kündigen. Eine Zinsbindung über 10 Jahre hinaus bindet also nur die Bank voll, Sie behalten dieses Kündigungsrecht.
Wer mehrere Objekte besitzt, sollte die Enden der Zinsbindungen staffeln, damit nicht der gesamte Bestand am Zinsniveau eines einzigen Jahres hängt. Mehr dazu im Beitrag zur Zinsbindung.
Neben Zins und Tilgung tragen Sie beim Mehrfamilienhaus alle Kosten, die sich nicht auf die Mieter umlegen lassen. Die Bank setzt dafür in ihrer Rechnung mindestens 15 Prozent des Rohertrags an, in der eigenen Kalkulation sollten Sie die tatsächlichen Werte des Hauses verwenden.
| Kostenart | Worum es geht |
|---|---|
| Instandhaltung | Laufende Reparaturen und Rücklagen für Dach, Fassade, Leitungen und Heizung |
| Verwaltung | Hausverwaltung oder eigener Zeitaufwand, Abrechnungen, Mieterwechsel |
| Mietausfall | Leerstand zwischen zwei Mietern und Zahlungsausfälle |
| Nicht umlagefähige Betriebskosten | Kosten, die der Mietvertrag nicht auf Mieter umlegt |
| Modernisierung | Anpassungen, damit das Haus dauerhaft vermietbar bleibt |
Der Kaufpreisfaktor ist der Kaufpreis geteilt durch die Jahresnettokaltmiete, die Bruttomietrendite ist die Jahresnettokaltmiete geteilt durch den Kaufpreis, mal 100. Beide Kennzahlen zeigen, wie viele Jahresmieten Sie für das Haus bezahlen, und machen Angebote untereinander vergleichbar.
Eine Modellrechnung ohne Aussage zu einem konkreten Objekt: Ein Haus mit 60.000 Euro Jahresnettokaltmiete zu einem Kaufpreis von 1.200.000 Euro hat einen Kaufpreisfaktor von 20 und eine Bruttomietrendite von 5 Prozent. Die Nettomietrendite liegt darunter, weil Kaufnebenkosten und nicht umlagefähige Bewirtschaftungskosten abgezogen werden.
Für die Bank ist die Rendite nicht die entscheidende Größe, sondern ob die angesetzte Miete den Kapitaldienst trägt. Ob sich ein Kauf für Sie lohnt, hängt zusätzlich von Steuern, Lage und Zustand ab und ist keine Frage, die eine Kennzahl allein beantwortet.
Ein Mehrfamilienhaus und mehrere einzelne Eigentumswohnungen unterscheiden sich vor allem in Bewertung, Entscheidungsfreiheit und Risikoverteilung. Die Übersicht zeigt die Unterschiede aus Sicht der Finanzierung.
| Kriterium | Mehrfamilienhaus | Mehrere Eigentumswohnungen |
|---|---|---|
| Bewertung durch die Bank | Ertragswert des ganzen Hauses | Je Wohnung, auch Vergleichs- oder Sachwert zulässig |
| Entscheidungen am Gebäude | Allein beim Eigentümer | Über die Eigentümergemeinschaft |
| Sicherheit im Grundbuch | Ein Grundstück, eine Grundschuld | Je Wohnung ein eigenes Grundbuchblatt |
| Späterer Verkauf | Als Ganzes oder nach Aufteilung | Einzeln möglich |
| Aufsichtsrechtliche Einstufung | In der Regel als ertragsabhängige Immobilie | Bis 4 Einheiten je Bank wie ein Wohnimmobilienkredit |
| Aufwand beim Kauf | Ein Objekt, eine Prüfung | Mehrere Käufe, mehrere Prüfungen |
Ein Mehrfamilienhaus lohnt sich als Kapitalanlage, wenn die Miete nach Abzug der Bewirtschaftungskosten den Kapitaldienst weitgehend trägt und Sie die Verantwortung für ein ganzes Haus übernehmen wollen. Gegenüber einzelnen Wohnungen bündelt ein Mehrfamilienhaus Ertrag, Entscheidungen und Sicherheit in einem Objekt, dafür hängt das ganze Kapital an einem Standort.
Ob sich ein bestimmtes Haus rechnet, entscheidet nicht der Markt im Allgemeinen, sondern die Rechnung für dieses Objekt: Kaufpreisfaktor, angesetzte Miete, Instandhaltungsbedarf und Ihre Haushaltsrechnung. Eine erste Einschätzung liefert der Rechner oben auf dieser Seite.
| Punkt | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Ertrag | Mehrere Mieten aus einem Objekt, eine leere Wohnung trifft nur einen Teil | Hoher Kaufpreis, großer Einzelbetrag |
| Entscheidungen | Sanierung, Mieten und Verwaltung liegen allein bei Ihnen | Instandhaltung des ganzen Hauses liegt ebenfalls bei Ihnen |
| Finanzierung | Ein Objekt, eine Grundschuld, eine Bewertung | Strengere Prüfung über Ertragswert und Kapitaldienst |
| Standort | Eine Lage, die Sie kennen und selbst beurteilen | Die Lage wirkt auf alle Einheiten gleichzeitig |
| Ausstieg | Verkauf als Ganzes oder nach Aufteilung in Wohnungen | Kleinerer Käuferkreis als bei einer einzelnen Wohnung |
Ein Mehrfamilienhaus eignet sich für Käufer, die der Bank drei Dinge zeigen können: ein Haus, das sich aus der Miete trägt, eine belastbare Bonität und Erfahrung als Vermieter. Je stärker einer dieser drei Punkte ausfällt, desto mehr gleicht er einen schwächeren aus, etwa ein hohes Einkommen die fehlende Vermietererfahrung.
| Ausgangslage | Worauf die Bank schaut |
|---|---|
| Bestandshalter mit vermieteten Wohnungen | Track Record, alle bestehenden Darlehen und die Enden der Zinsbindungen |
| Käufer mit hohem Einkommen ohne Vermietererfahrung | Ob das Einkommen eine Lücke im Kapitaldienst dauerhaft auffängt und wer das Haus verwaltet |
| Investoren mit mehreren Objekten | Den gesamten Bestand als Portfolio mit allen Objekten, Mieten und Darlehen |
| Käufer, die eine Wohnung im Haus selbst beziehen | Die selbst genutzte Wohnung bringt keine Miete, sie wird aus dem Einkommen getragen |
Vor dem Kauf eines Mehrfamilienhauses sollten Sie die Punkte prüfen, die später auch der Gutachter der Bank prüft. Jede Abweichung, die erst im Gutachten auffällt, senkt den Beleihungswert und kostet Eigenkapital oder die Zusage.
Ein Mehrfamilienhaus braucht deutlich mehr Unterlagen als eine einzelne Wohnung, weil die Bank Objekt und Person getrennt prüft. Zum Objekt gehören alle Nachweise, die Ertrag, Fläche und Zustand belegen, zur Person alle Nachweise zu Einkommen, Vermögen und bestehendem Portfolio.
Die folgende Tabelle fasst zusammen, was Banken in der Regel anfordern. Reichen Sie diese Unterlagen vollständig ein, verkürzt das die Prüfung spürbar.
| Bereich | Unterlagen |
|---|---|
| Objekt | Mieterliste oder Mietaufstellung, Nachweis der Ist-Mieten, Grundbuchauszug, Flurkarte, Wohn- und Nutzflächenberechnung, Grundrisse, Energieausweis, Fotos, Angaben zu Instandhaltungsstau und durchgeführten Sanierungen |
| Gemischt genutzte Objekte | Zusätzlich die Aufteilung von Wohn- und Gewerbefläche |
| Person | Übliche Selbstauskunft, Einkommensnachweise, Vermögensaufstellung und eine Übersicht des bestehenden Immobilienportfolios |
Welche Unterlagen im Einzelfall zusätzlich verlangt werden, hängt von der Bank und vom Objekt ab.
Bei gemischt genutzten Objekten ändert ein hoher Gewerbeanteil sowohl die Bewertung als auch die Auswahl der Bank. Ein gemischt genutztes Objekt ist ein Gebäude, in dem neben Wohnungen auch gewerblich genutzte Flächen liegen, etwa Läden, Praxen oder Büros.
Viele Banken finanzieren gewerbliche Anteile zurückhaltender als reine Wohnnutzung. Der Grund liegt in der anderen Risikoeinschätzung: Gewerbemietverträge laufen befristet, eine Nachvermietung dauert oft länger, und die Flächen lassen sich nicht ohne Weiteres in Wohnraum umnutzen.
Für den Investor bedeutet das zweierlei. Erstens sollte die Aufteilung von Wohn- und Gewerbefläche von Beginn an klar dokumentiert sein, weil die Bank die Anteile getrennt bewertet. Zweitens lohnt sich bei solchen Objekten der Vergleich mehrerer Banken besonders, da die internen Grenzen für den zulässigen Gewerbeanteil je Haus deutlich auseinanderliegen.
Mit jedem weiteren vermieteten Objekt schaut die Bank weniger auf das einzelne Haus und mehr auf Ihren gesamten Bestand. Sie will dann alle Objekte, alle Mieten und alle laufenden Darlehen mit Restschuld und Zinsbindungsende sehen, weil der neue Kapitaldienst neben dem bestehenden getragen werden muss.
Dazu kommt eine aufsichtsrechtliche Grenze: Ein Mehrfamilienhaus gilt für die Bank grundsätzlich als Objekt, dessen Rückzahlung von den Mieteinnahmen abhängt, und wird entsprechend eingestuft. Wann Ihre Finanzierung insgesamt wie ein Portfolio betrachtet wird, erklärt der Ratgeber Ab wann die Bank Ihre Immobilien als Portfolio bewertet.
Die Bank prüft bei einer Sanierung im Bestand, ob das Objekt nach der Maßnahme den gesamten Kapitaldienst aus altem und neuem Darlehen trägt. Ob Steigleitungen, Fassade oder Dach erneuert werden, ist dabei weniger wichtig als die Frage, wie sich Miete, Bewirtschaftung und Beleihungswert durch die Maßnahme verändern.
Für die Mittel gibt es zwei Wege: das bestehende Darlehen aufstocken oder einen separaten Modernisierungskredit beziehungsweise Sanierungskredit aufnehmen. Welcher Weg passt, hängt von der Höhe, der freien Grundschuld und der Zinsbindung des Bestandsdarlehens ab. Bei energetischen Maßnahmen kommen zusätzlich Förderkredite und Zuschüsse infrage, welche Programme aktuell offen sind, klärt die Förderberatung. Den Ablauf im Detail beschreibt der Ratgeber Sanierung im vermieteten Mehrfamilienhaus.
Beim vermieteten Mehrfamilienhaus mindern Schuldzinsen und die Abschreibung auf das Gebäude die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Die lineare Abschreibung beträgt nach § 7 Abs. 4 EStG jährlich 2 Prozent für Gebäude, die zwischen 1925 und 2022 fertiggestellt wurden, 2,5 Prozent für ältere und 3 Prozent für ab 2023 fertiggestellte Gebäude. Abgeschrieben wird nur der Gebäudeanteil, nicht der Grund und Boden.
Für die Finanzierung heißt das: Darlehen für das Objekt sollten sauber vom privaten Bedarf getrennt bleiben, damit der Zusammenhang zu den Mieteinkünften erhalten bleibt. Ob in den ersten 3 Jahren nach dem Kauf Sanierungskosten als anschaffungsnahe Herstellungskosten gelten, erklärt der Beitrag Modernisierung steuerlich. Die Einordnung Ihres Falls gehört zum Steuerberater.
FinanzPlusImmo sitzt in Neuwied und begleitet Mehrfamilienhäuser in Koblenz, Neuwied und im nördlichen Rheinland-Pfalz, auf Wunsch aber auch bundesweit. Angefragt werden dabei regionale Sparkassen und Volksbanken ebenso wie überregionale Banken, weil gerade beim Mehrfamilienhaus die Richtlinien je Bank weit auseinanderliegen.
Vor Ort zählt, was die Bank ohnehin prüft: die Lage im Stadtteil, der Bodenwert und bei älteren Häusern die Restnutzungsdauer. Liegt das Objekt in Koblenz oder im Kreis Neuwied, sehen wir es uns vor der Bankanfrage an und rechnen die Mietaufstellung gegen, bevor ein Gutachter der Bank das tut. Mieten, Renditen und Lagen je Stadtteil finden Sie auf den Seiten Mehrfamilienhaus in Koblenz, Mehrfamilienhaus in Neuwied und Mehrfamilienhaus in Andernach.
FinanzPlusImmo bereitet Ihr Vorhaben zuerst bankfähig auf und platziert es anschließend gezielt dort, wo Objektart und Profil in die Richtlinien passen. Der Ablauf folgt bei Mehrfamilienhäusern immer denselben Schritten:
Warum der Vergleich mehrerer Banken gerade bei dieser Objektklasse entscheidet, lesen Sie auf unserer Seite zum Bankenvergleich. Planen Sie den Ankauf mit anschließender Aufteilung, finden Sie die Details unter Aufteilergeschäft finanzieren.
Diese Beiträge vertiefen die einzelnen Schritte einer Finanzierung für vermietete Objekte.
Kaufpreis, Miete, Eigenkapital und Haushalt: In zwei Minuten sehen Sie, ob die Bank Ihr Objekt tragen würde. Danach sprechen wir über die passende Bank.
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