Umschuldung trotz Schufa-Eintrag

    Nicht jeder Schufa-Eintrag ist ein Ausschlusskriterium. Entscheidend ist die Art des Eintrags, nicht der Score allein. Manche Fälle sind aber tatsächlich aussichtslos, und das sollte man vorher wissen.

    Stilisierte Lupe als Kopfmotiv für den Beitrag über Umschuldung trotz Schufa-Eintrag
    Enis Recica Immobiliar-Darlehensvermittler nach § 34i GewO, Reg.-Nr. D-IR9N-6D2DR-51 Zuletzt geprüft am 8 Minuten Lesezeit

    Kurz gefasst

    • Ein niedriger Schufa-Score allein verhindert eine Umschuldung nicht zwangsläufig. Entscheidend ist, ob ein negatives Merkmal eingetragen ist und welcher Art es ist.
    • Harte Negativmerkmale wie eidesstattliche Versicherung, Haftbefehl zur Vermögensauskunft oder ein laufendes Insolvenzverfahren schließen eine Immobilienfinanzierung praktisch aus.
    • Eine Konditionsanfrage wirkt sich nicht auf den Score aus und ist für andere Banken nicht sichtbar. Nur die Kreditanfrage wird als solche vermerkt.

    Der Score ist nicht das Erste, worauf die Bank schaut

    Banken prüfen zuerst, ob ein negatives Merkmal eingetragen ist, und erst danach den Score. Ein Score, der durch viele Anfragen, häufige Kontowechsel oder eine kurze Kredithistorie gedrückt wurde, ist etwas anderes als einer, der auf einer Zahlungsstörung beruht.

    Bei einer Umschuldung kommt ein Punkt hinzu, der oft übersehen wird: Die Ablösung mehrerer Kredite senkt die Zahl der laufenden Verpflichtungen. Das wirkt sich mittelfristig eher positiv aus.

    Welche Einträge wie wiegen

    EintragEidesstattliche Versicherung Aussichtpraktisch aussichtslos
    EintragHaftbefehl zur Vermögensauskunft Aussichtpraktisch aussichtslos
    EintragLaufendes Insolvenzverfahren Aussichtpraktisch aussichtslos
    EintragOffene Forderung Aussichtje nach Höhe und Alter, meist Ablehnung
    EintragErledigte Forderung AussichtVerhandlungssache, institutsabhängig
    EintragNiedriger Score ohne Merkmal Aussichtregelmäßig machbar

    Der Grund für die harten Fälle ist nicht Unwille der Bank. § 505a Absatz 1 BGB verlangt bei Immobiliar-Verbraucherdarlehen eine positive Prognose, und die lässt sich mit einem solchen Eintrag nicht begründen.

    Konditionsanfrage statt Kreditanfrage

    Das ist der wichtigste praktische Unterschied. Eine Konditionsanfrage wird bei der Schufa gespeichert, fließt aber nicht in den Score ein und ist für andere Banken nicht sichtbar. Eine Kreditanfrage wird als solche vermerkt, ist für andere Banken sichtbar und wirkt auf den Score.

    Wer bei fünf Banken eine Kreditanfrage stellt, sieht bei der sechsten schon anders aus. Deshalb stellen wir grundsätzlich Konditionsanfragen, solange nichts entschieden ist.

    Sehen Sie Ihre Auskunft an, bevor die Bank es tut

    Sie haben nach Artikel 15 DSGVO Anspruch auf eine kostenlose Datenkopie. Zwei Gründe sprechen dafür, sie vor der Anfrage einzuholen.

    • Auskunfteien enthalten nachweislich fehlerhafte Einträge. Korrigieren lässt sich das vorher, nicht mitten im laufenden Vorgang.
    • Sie wissen dann, was die Bank sehen wird, und können es im Antrag einordnen. Eine Erklärung, die von Anfang an dabeisteht, wirkt anders als eine, die auf Nachfrage kommt.

    Ein Fall, bei dem eine Anfrage keinen Sinn hat

    Eine laufende Lohnpfändung auf der Gehaltsabrechnung. Sie zeigt der Bank, dass ein Gläubiger bereits vollstreckt. Sie sehen es auf Ihrer Abrechnung, und die Bank sieht es dort ebenfalls, weil sie die Abrechnungen ohnehin anfordert.

    In dieser Lage kostet eine Anfrage nur Zeit und hinterlässt einen Eintrag im Vorgang. Sinnvoller ist, zuerst die Pfändung zu klären. Sagen Sie es im ersten Gespräch, dann sparen wir Ihnen den Umweg.

    Und ein Wort zu Angeboten mit schufafreier Vermittlung: Jede Bank in Deutschland ist nach § 505a BGB und § 18a KWG zur Kreditwürdigkeitsprüfung verpflichtet. Wer eine Finanzierung ohne Bonitätsprüfung verspricht, verkauft Ihnen etwas anderes als eine Finanzierung.

    Häufige Fragen

    Nein. Der Score ist eine Wahrscheinlichkeitsaussage, kein Urteil. Banken schauen zuerst darauf, ob ein negatives Merkmal eingetragen ist, und erst danach auf den Score. Ein Score, der durch viele Anfragen, häufige Kontowechsel oder eine kurze Kredithistorie gedrückt wurde, ist etwas anderes als einer, der auf einer Zahlungsstörung beruht. Bei einer Umschuldung kommt hinzu, dass die Ablösung mehrerer Kredite die Zahl der laufenden Verpflichtungen senkt, was sich mittelfristig eher positiv auswirkt.

    Praktisch aussichtslos wird es bei harten Negativmerkmalen: eidesstattliche Versicherung, Haftbefehl zur Abgabe der Vermögensauskunft, laufendes oder nicht abgeschlossenes Insolvenzverfahren. Diese Einträge stehen einer Immobilienfinanzierung im Weg, unabhängig vom Einkommen. Der Grund ist nicht Unwille der Bank: § 505a Absatz 1 BGB verlangt bei Immobiliar-Verbraucherdarlehen eine positive Prognose, und die lässt sich mit einem solchen Eintrag nicht begründen.

    Erledigte Forderungen, abgeschlossene Mahnverfahren oder ältere Zahlungsstörungen sind Verhandlungssache. Entscheidend sind das Alter des Eintrags, die Höhe der Forderung und ob sie ausgeglichen ist. Eine seit drei Jahren erledigte Forderung über einen kleinen Betrag wiegt anders als eine offene aus dem letzten Quartal. Manche Institute lehnen bei jedem Negativmerkmal ab, andere prüfen den Einzelfall. Genau dieser Unterschied entscheidet darüber, welche Bank überhaupt angefragt wird.

    Eine Konditionsanfrage dient dazu, Angebote einzuholen. Sie wird bei der Schufa gespeichert, fließt aber nicht in den Score ein und ist für andere Banken nicht sichtbar. Eine Kreditanfrage dagegen wird als solche vermerkt, ist für andere Banken sichtbar und wirkt sich auf den Score aus. Wer bei fünf Banken eine Kreditanfrage stellt, sieht bei der sechsten schon anders aus. Deshalb stellen wir grundsätzlich Konditionsanfragen, solange nichts entschieden ist.

    Unbedingt. Sie haben nach Artikel 15 DSGVO Anspruch auf eine kostenlose Datenkopie. Zwei Gründe sprechen dafür. Erstens enthalten Auskunfteien nachweislich fehlerhafte Einträge, und die lassen sich vorher korrigieren, nicht mitten im Vorgang. Zweitens wissen Sie dann, was die Bank sehen wird, und können es im Antrag einordnen, statt überrascht zu werden. Eine Erklärung, die von Anfang an dabeisteht, wirkt völlig anders als eine, die auf Nachfrage kommt.

    Das ist ein eigener Fall und ein K.-o.-Kriterium. Eine laufende Lohnpfändung zeigt der Bank, dass ein Gläubiger bereits vollstreckt. Sie sehen es auf der Gehaltsabrechnung, und die Bank sieht es dort ebenfalls. In dieser Lage macht eine Anfrage keinen Sinn, sie kostet nur Zeit und hinterlässt einen Eintrag. Sinnvoller ist, zuerst die Pfändung zu klären. Wenn Sie eine Pfändung auf Ihrer Abrechnung haben, sagen Sie es uns im ersten Gespräch, dann sparen wir Ihnen den Umweg.

    Bei seriösen Anbietern nicht. Jede Bank in Deutschland ist nach § 505a BGB und § 18a KWG zur Kreditwürdigkeitsprüfung verpflichtet, und dazu gehört die Abfrage. Angebote, die mit schufafreier Vermittlung werben, arbeiten in aller Regel mit hohen Vorkosten, Vermittlungsgebühren oder Restschuldversicherungen, die den vermeintlichen Vorteil weit übersteigen. Wer Ihnen eine Finanzierung ohne Bonitätsprüfung verspricht, verkauft Ihnen etwas anderes als eine Finanzierung.

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    Dieser Beitrag gibt allgemeine Hinweise und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Rechtsstand ist der . Für steuerliche Fragen ziehen Sie bitte zusätzlich einen Steuerberater hinzu.

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