Kaufnebenkosten

    Kaufnebenkosten mitfinanzieren: die zwei Wege

    Schritt 1 von 8

    Haben Sie die Immobilie schon gekauft?

    Beides geht. Der Zeitpunkt entscheidet nur, wie schnell es gehen muss.

    5,0 von 5 aus 182 Bewertungen
    • Eine Einschätzung in etwa zwei Minuten
    • Ohne Anmeldung und ohne E-Mail-Adresse
    • Auch nach dem Notartermin noch möglich
    • Rechnet wie die Bank: beide Raten zusammen gegen Ihren Haushalt
    • Die Rechnung läuft in Ihrem Browser, Angaben gehen erst mit einer Terminbuchung an uns
    • Schufa-neutral, Ihre Angaben lösen keine Bankanfrage aus
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    Enis Recica, Immobiliar-Darlehensvermittler aus Neuwied

    Enis Recica

    Seit 2016 in der Finanzbranche, über 1.000 begleitete Finanzierungen. Eingetragener Immobiliar-Darlehensvermittler nach § 34i GewO, Registernummer D-IR9N-6D2DR-51, Aufsicht IHK Koblenz.

    Lassen sich die Kaufnebenkosten mitfinanzieren?

    Ja, es gibt zwei Wege. Entweder nimmt die finanzierende Bank die Nebenkosten in das Immobiliendarlehen auf, oder sie laufen als eigenes Darlehen daneben, ohne Eintrag im Grundbuch. Der erste Weg ist günstiger und seltener, der zweite ist schneller und fast immer machbar.

    Gemeint sind mit Kaufnebenkosten die Beträge, die zusätzlich zum Kaufpreis anfallen und die niemand aus dem Objekt zurückbekommt. In Rheinland-Pfalz sind das ohne Makler rund 6,5 bis 7,0 Prozent des Kaufpreises. Bei 300.000 Euro Kaufpreis sind das etwa 19.500 bis 21.000 Euro, die vor der Auszahlung des Darlehens fällig werden.

    Posten In Rheinland-Pfalz Fällig
    Grunderwerbsteuer 5,0 % des Kaufpreises wenige Wochen nach dem Notartermin
    Notar und Grundbuchamt 1,5 bis 2,0 % nach der Beurkundung
    Maklerprovision je nach Vereinbarung mit dem Kaufvertrag

    Seit dem 23. Dezember 2020 teilen sich Käufer und Verkäufer die Maklerprovision beim Kauf einer Eigentumswohnung oder eines Einfamilienhauses durch einen Verbraucher, §§ 656a bis 656d BGB. Der Käuferanteil darf den des Verkäufers nicht übersteigen.

    Warum die Bank die Nebenkosten selten mitfinanziert

    Weil sie keinen Gegenwert schaffen. Die Bank sichert ihr Darlehen über eine Grundschuld am Objekt ab und rechnet dafür mit dem Beleihungswert, also dem Wert, den sie dauerhaft als Sicherheit ansetzt. Grunderwerbsteuer, Notarkosten und Maklerprovision erhöhen diesen Wert nicht. Sie sind nach dem Kauf verbraucht.

    Wer die Nebenkosten in das Immobiliendarlehen aufnimmt, hebt damit den Beleihungsauslauf, also das Verhältnis von Darlehen zu Beleihungswert. Genau diese Kennzahl entscheidet über die Bedingungen und darüber, ob eine Bank überhaupt mitgeht. Wie sie zustande kommt, steht im Beitrag Beleihungsauslauf.

    Deshalb erwarten die meisten Banken, dass die Nebenkosten aus Eigenkapital kommen. Was als Eigenkapital zählt und was nicht, klärt der Beitrag zum Eigenkapital. Den Überblick über alle Posten neben dem Kaufpreis gibt Was kostet der Immobilienkauf außer dem Kaufpreis.

    Was ist der Unterschied zwischen 100- und 110-Prozent-Finanzierung?

    Eine 100-Prozent-Finanzierung deckt den Kaufpreis, eine 110-Prozent-Finanzierung zusätzlich die Kaufnebenkosten. Wer die Kaufnebenkosten mitfinanzieren will, spricht also von der 110-Prozent-Finanzierung, oft auch Vollfinanzierung genannt. Die Zahl 110 ist dabei nur eine Faustformel, in Rheinland-Pfalz liegen die Nebenkosten ohne Makler eher bei 6,5 bis 7,0 Prozent.

    Modell Was die Bank finanziert Was Sie selbst tragen
    Klassisch mit Eigenkapital Einen Teil des Kaufpreises Nebenkosten und den Rest des Kaufpreises
    100 Prozent Den vollen Kaufpreis Die Kaufnebenkosten
    110 Prozent Kaufpreis und Kaufnebenkosten Nichts aus Eigenkapital, dafür die höchste Belastung
    Kaufpreis plus getrenntes Darlehen Kaufpreis über die Immobilienbank, Nebenkosten ohne Grundbucheintrag Beide Raten aus dem Haushalt

    Was Banken für eine Vollfinanzierung grundsätzlich verlangen, beschreibt der Beitrag Vollfinanzierung: was die Bank dafür verlangt.

    Zwei Wege, die Kaufnebenkosten mitzufinanzieren

    Welcher Weg passt, hängt an drei Dingen: am Beleihungsauslauf, an Ihrem Haushaltsüberschuss und daran, wie viel Zeit bis zur Fälligkeit bleibt.

    In die Immobilienfinanzierung aufnehmen

    Starkes Einkommen, Objekt mit Reserve im Wert

    Die Nebenkosten laufen im selben Darlehen mit, es gibt eine Rate und eine Zinsbindung. Der Beleihungsauslauf steigt dabei deutlich, entsprechend strenger prüft die Bank Einkommen und Bonität. Nicht jede Bank bietet diesen Weg an.

    Eigenes Darlehen ohne Grundbucheintrag

    Wenn die Bank nur den Kaufpreis finanziert

    Ein getrenntes Darlehen neben der Immobilienfinanzierung, besichert allein über Ihre Bonität. Kein zusätzlicher Notartermin, kein Eintrag, deshalb schnell und auch nach der Beurkundung noch möglich. Dafür kürzere Laufzeit und begrenzte Höhe.

    Beide Wege gehören zusammen geplant. Die Rate des zweiten Darlehens geht in die Haushaltsrechnung der ersten Bank ein. Taucht sie erst später in der SCHUFA auf, kostet das die Zusage.

    Was die Bank prüft, wenn Sie die Nebenkosten mitfinanzieren

    Geprüft werden zwei Größen. Der Leistungsgrad setzt alle Ihre monatlichen Raten ins Verhältnis zu Ihrem Nettoeinkommen. Die Haushaltsrechnung zieht von Ihrem Einkommen die Pauschalen für die Lebenshaltung ab, dazu Ihre Wohnkosten und sämtliche Raten. Was übrig bleibt, muss beide neuen Raten tragen, die der Immobilie und die der Nebenkosten.

    Ein Punkt fällt dabei häufig unter den Tisch: Wer selbst einzieht, zahlt nach dem Umzug keine Miete mehr. Diese Entlastung gehört in die Rechnung, sonst sieht der Fall schlechter aus, als er ist. Wer die Immobilie vermietet, wohnt dagegen weiter, wo er wohnt, und die Miete bleibt eine Belastung. Steht ein Mietvertrag, zählt die Miete als Einnahme dagegen.

    Ein getrenntes Darlehen ohne Grundpfandrecht ist rechtlich ein Allgemein-Verbraucherdarlehen. Sie dürfen es nach § 500 Absatz 2 BGB jederzeit vorzeitig zurückzahlen, und eine Vorfälligkeitsentschädigung ist nach § 502 Absatz 3 BGB der Höhe nach gedeckelt. Bei einem grundpfandrechtlich besicherten Immobiliardarlehen gilt diese Deckelung ausdrücklich nicht.

    Voraussetzung Worauf die Bank achtet
    Einkommen Regelmäßig, belegbar und möglichst unbefristet, die Probezeit ist vorbei
    Bonität Keine negativen Einträge in der SCHUFA, geordnete Kontoführung
    Haushaltsüberschuss Beide Raten passen mit Abstand in die Haushaltsrechnung
    Objekt Ein Beleihungswert nahe am Kaufpreis, Lage und Zustand ohne größeren Rückstau

    Lohnt es sich, nur einen Teil der Nebenkosten mitzufinanzieren?

    Oft ja. Jeder Euro Eigenkapital, den Sie selbst einbringen, senkt den Beleihungsauslauf oder die Summe des zweiten Darlehens, und damit die Belastung. Möglich ist etwa, Notar und Grundbuch aus eigenen Mitteln zu zahlen und nur die Grunderwerbsteuer zu finanzieren.

    Behalten Sie dabei eine Reserve. Wer das letzte Guthaben in die Nebenkosten steckt, hat für Umzug, erste Reparaturen oder eine kaputte Heizung nichts mehr übrig. Eine kleinere Finanzierung mit Rücklage ist oft solider als ein leeres Konto.

    Für wen eignet es sich, die Kaufnebenkosten mitzufinanzieren?

    Die Kaufnebenkosten mitzufinanzieren eignet sich für Käufer mit sicherem, gutem Einkommen, deren Haushalt beide Raten trägt, denen aber das angesparte Kapital fehlt oder die es bewusst nicht vollständig einsetzen wollen. Die Übersicht hilft bei der Einordnung.

    Passt eher Passt eher nicht
    Sicheres Einkommen, etwa unbefristet angestellt oder verbeamtet Probezeit, befristeter Vertrag oder schwankende Einkünfte
    Deutlicher Überschuss in der Haushaltsrechnung Die Rate der Immobilie allein schöpft den Spielraum aus
    Objekt in gutem Zustand, Kaufpreis nahe am Wert Hoher Sanierungsbedarf, der ebenfalls finanziert werden muss
    Eigenkapital ist da, soll aber als Reserve bleiben Weitere Ratenkredite laufen bereits

    Wie lassen sich die Kaufnebenkosten senken?

    Die Kaufnebenkosten senken Sie vor allem über den Kaufpreis und über die Maklerprovision. Grunderwerbsteuer und Notarkosten richten sich nach dem Kaufpreis, jeder verhandelte Euro wirkt also mehrfach. Was davon in Ihrem Fall trägt, klären Sie vor der Beurkundung.

    • Kaufpreis verhandeln: Grunderwerbsteuer und Notarkosten sinken mit.
    • Maklerprovision prüfen: Beim Kauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses durch einen Verbraucher darf Ihr Anteil den des Verkäufers nicht übersteigen.
    • Mitverkaufte bewegliche Gegenstände wie eine gebrauchte Einbauküche gesondert und mit angemessenem Preis im Kaufvertrag ausweisen. Ob das Finanzamt den Betrag anerkennt, ist eine Frage des Einzelfalls für Ihren Steuerberater.

    Was gilt, wenn Sie die Immobilie vermieten?

    Bei einer vermieteten Immobilie gelten die Kaufnebenkosten steuerlich als Teil der Anschaffungskosten und wirken anteilig über die Abschreibung auf das Gebäude. Schuldzinsen für die Finanzierung sind Werbungskosten, und zwar auch für ein getrenntes Darlehen, solange es nachweisbar dem Kauf dient. Die Einordnung im Einzelfall nimmt Ihr Steuerberater vor.

    Für die Bank zählt bei vermieteten Objekten zusätzlich, ob die Miete den Kapitaldienst mitträgt. Wie Banken Kapitalanlagen rechnen, lesen Sie unter Kapitalanlage finanzieren und Mehrfamilienhaus finanzieren.

    So gehen wir vor

    Am Anfang steht kein Formular, sondern ein Gespräch. Wir klären, wo der Kauf steht, welche Summe fehlt und bis wann sie da sein muss. Eine erste Einschätzung gibt Ihnen der Rechner oben auf dieser Seite.

    1. Wir sprechen über den Kauf, den Zeitpunkt der Fälligkeit und darüber, was an Eigenkapital vorhanden ist.
    2. Sie stellen zusammen, was da ist: Kaufvertrag oder Entwurf, Angaben zum Objekt, Einkommensnachweise.
    3. Ich prüfe beide Wege gegeneinander, mit Blick auf den Beleihungsauslauf und Ihren Haushalt.
    4. Sie bekommen die Wege gegenübergestellt, mit den Unterschieden bei Höhe, Laufzeit und Tempo.
    5. Nach Ihrer Entscheidung begleite ich die Anfrage bis zur Zusage und zur Auszahlung.

    Häufige Fragen

    Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuchamt, dazu die Maklerprovision, wenn ein Makler beteiligt ist. In Rheinland-Pfalz beträgt die Grunderwerbsteuer 5,0 Prozent des Kaufpreises, für Notar und Grundbuch kommen üblicherweise 1,5 bis 2,0 Prozent hinzu. Ohne Makler liegen die Nebenkosten damit bei rund 6,5 bis 7,0 Prozent, mit Makler entsprechend höher.

    Ja, auf zwei Wegen. Entweder nimmt eine Bank sie in die Immobilienfinanzierung auf, dann steigt der Beleihungsauslauf und die Anforderungen an Einkommen und Bonität steigen mit. Oder die Nebenkosten laufen als eigenes Darlehen neben der Immobilienfinanzierung, ohne Eintrag im Grundbuch. Welcher Weg möglich ist, entscheidet sich an Ihrem Haushalt und am Objekt.

    Eine 100-Prozent-Finanzierung deckt den vollen Kaufpreis, die Kaufnebenkosten zahlen Sie selbst. Eine 110-Prozent-Finanzierung deckt zusätzlich die Kaufnebenkosten, Sie bringen also kein Eigenkapital ein. Die 110 ist eine Faustformel: In Rheinland-Pfalz liegen die Nebenkosten ohne Makler bei rund 6,5 bis 7,0 Prozent.

    Weil sie keinen Gegenwert schaffen. Die Bank sichert ihr Darlehen über eine Grundschuld am Objekt ab und rechnet dafür mit dem Beleihungswert. Grunderwerbsteuer, Notarkosten und Maklerprovision erhöhen diesen Wert nicht, sie sind nach dem Kauf verbraucht. Deshalb erwarten die meisten Banken, dass dieser Teil aus Eigenkapital kommt.

    Ein regelmäßiges, belegbares Einkommen, möglichst unbefristet und nach der Probezeit, eine SCHUFA ohne negative Einträge und einen Haushalt, der beide Raten mit Abstand trägt, die der Immobilie und die der Nebenkosten. Nimmt die Bank die Nebenkosten ins Immobiliendarlehen auf, sollte zusätzlich der Beleihungswert nahe am Kaufpreis liegen.

    Oft ja. Jeder Euro, den Sie selbst einbringen, senkt den Beleihungsauslauf oder die Summe des zweiten Darlehens und damit die Belastung. Möglich ist etwa, Notar und Grundbuch aus eigenen Mitteln zu zahlen und nur die Grunderwerbsteuer zu finanzieren. Eine Reserve für Umzug und erste Reparaturen sollte dabei bleiben.

    Ja. Ein Darlehen ohne Grundbucheintrag ist nicht an den Notartermin gebunden und lässt sich auch nach der Beurkundung noch aufsetzen. Wichtig ist nur der Zeitpunkt der Fälligkeit: Grunderwerbsteuer und Notarrechnung kommen wenige Wochen nach dem Termin, und bis dahin sollte das Geld da sein.

    Ja, und zwar bevor sie zusagt. Die Rate des zweiten Darlehens geht in die Haushaltsrechnung ein, nach der die Bank Ihre Tragfähigkeit beurteilt. Taucht sie erst später in der SCHUFA auf, kann das die Zusage kosten. Beide Finanzierungen gehören deshalb von Anfang an zusammen geplant.

    Ja. Ohne Grundpfandrecht ist es rechtlich ein Allgemein-Verbraucherdarlehen. Nach § 500 Absatz 2 BGB dürfen Sie jederzeit ganz oder teilweise vorzeitig zurückzahlen. Eine Vorfälligkeitsentschädigung darf die Bank verlangen, sie ist nach § 502 Absatz 3 BGB aber gedeckelt: höchstens 1 Prozent der vorzeitig zurückgezahlten Summe, bei einer Restlaufzeit unter zwölf Monaten höchstens 0,5 Prozent.

    Vor allem über den Kaufpreis, denn Grunderwerbsteuer und Notarkosten richten sich danach. Bei der Maklerprovision darf Ihr Anteil beim Kauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses als Verbraucher den des Verkäufers nicht übersteigen. Mitverkaufte bewegliche Gegenstände wie eine gebrauchte Einbauküche lassen sich gesondert im Kaufvertrag ausweisen; ob das Finanzamt den Betrag anerkennt, klärt Ihr Steuerberater.

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    Stand des Kaufs, Nutzung, Summe und Haushalt: In etwa zwei Minuten sehen Sie, ob Ihr Haushalt beide Raten trägt. Danach sprechen wir über den passenden Weg.

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