In Lützel, Neuendorf und Wallersheim sind die Wohnungspreise in zwölf Monaten um 8,3 Prozent gestiegen, stärker als in jedem anderen Koblenzer Teilmarkt. Die Mieten sind nicht mitgegangen. Was das für einen Kauf bedeutet, steht in den Zahlen des Marktberichts.
Eine Eigentumswohnung zwischen 40 und 80 Quadratmetern kostet dort 2.650 Euro je Quadratmeter, bei durchschnittlich 59 Quadratmetern also rund 156.400 Euro. Über alle Wohnungen hinweg weist der Bericht 2.880 Euro je Quadratmeter aus, die Gesamtstadt Koblenz liegt bei 3.190 Euro. Der Teilmarkt liegt damit rund zehn Prozent unter dem Stadtschnitt (Sparkasse Koblenz, Immobilienmarkt 2026, Datenstand 2025):
| Wohnfläche | Ø Preis je m² | Ø Gesamtpreis | Spanne je m² |
|---|---|---|---|
| Wohnflächebis 40 m² | Ø Preis je m²2.910 € | Ø Gesamtpreis96.000 € | Spanne je m²1.980 bis 4.300 € |
| Wohnfläche40 bis 80 m² | Ø Preis je m²2.650 € | Ø Gesamtpreis156.400 € | Spanne je m²1.770 bis 4.640 € |
| Wohnfläche80 bis 120 m² | Ø Preis je m²2.710 € | Ø Gesamtpreis249.300 € | Spanne je m²1.950 bis 4.780 € |
| Wohnflächeüber 120 m² | Ø Preis je m²3.020 € | Ø Gesamtpreis431.900 € | Spanne je m²2.210 bis 4.450 € |
Die drei Stadtteile liegen im Norden von Koblenz, zwischen Rhein und Mosel und nahe an Hafen, Gleisanlagen und Gewerbe. Der Bericht fasst sie zu einem Teilmarkt zusammen, weil sich ihre Preisniveaus ähneln.
Die Wohnungspreise sind in zwölf Monaten um 8,3 Prozent gestiegen, gerechnet auf Basis der Quadratmeterpreise. Kein anderer der 16 Koblenzer Teilmärkte kommt auf einen so hohen Wert. Die Gesamtstadt liegt bei plus 5,3 Prozent, die Innenstadt mit Altstadt, Mitte und Süd bei plus 1,0 Prozent.
Die Mieten sind nicht im selben Tempo mitgegangen. Sie legten um 2,7 Prozent zu. Die Häuserpreise gaben sogar um 0,9 Prozent nach, was zeigt, dass die Bewegung ein reines Wohnungsthema ist.
Im längeren Verlauf ordnet sich das ein. Der Bericht zeigt die Wohnungspreise als Quartalswerte von rund 2.240 Euro je Quadratmeter am Anfang der Reihe im Jahr 2018 über ein Hoch bei rund 2.920 Euro und ein Zwischentief bei rund 2.740 Euro bis auf zuletzt rund 2.820 Euro. Die Kaltmieten liefen im selben Zeitraum von rund 7,60 Euro auf rund 9,60 Euro je Quadratmeter, ohne den Rückschlag der Kaufpreise mitzumachen.
Eine Jahreszahl ist kein Trend. Der Bericht weist selbst darauf hin, dass die Bereinigung von Mikroapartments und möblierten Wohnungen bei kleineren Teilmärkten zu Schwankungen gegenüber den Vorjahren führen kann.
Weil die Kaufpreise schneller gestiegen sind als die Mieten. Der Bericht weist für den Teilmarkt eine Mietrendite von 4,0 Prozent im Jahr aus, mit einem Trend von minus 0,2 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Das ist die direkte Folge aus 8,3 Prozent Preisplus gegen 2,7 Prozent Mietplus.
Interessanter als der Gesamtwert ist die mittlere Flächenklasse, weil dort die meisten Kapitalanlagen liegen. Aus 10,15 Euro Kaltmiete und 2.650 Euro Kaufpreis je Quadratmeter ergibt sich eine Bruttomietrendite von rund 4,6 Prozent. Dieselbe Rechnung für andere Teilmärkte:
| Teilmarkt, 40 bis 80 m² | Ø Preis je m² | Ø Kaltmiete je m² | Bruttorendite |
|---|---|---|---|
| Teilmarkt, 40 bis 80 m²Lützel, Neuendorf, Wallersheim | Ø Preis je m²2.650 € | Ø Kaltmiete je m²10,15 € | Bruttorenditerund 4,6 % |
| Teilmarkt, 40 bis 80 m²Altstadt, Mitte, Süd | Ø Preis je m²2.880 € | Ø Kaltmiete je m²11,75 € | Bruttorenditerund 4,9 % |
| Teilmarkt, 40 bis 80 m²Kesselheim | Ø Preis je m²2.220 € | Ø Kaltmiete je m²9,55 € | Bruttorenditerund 5,2 % |
Alle Werte sind Bruttowerte vor Kaufnebenkosten, Hausgeld, Instandhaltung und Mietausfallwagnis. Grundlage sind die Zahlen der Sparkasse Koblenz, Immobilienmarkt 2026, Datenstand 2025; die Renditen sind daraus gerechnet.
Das ist die eigentliche Nachricht des Berichts für diesen Teilmarkt. Lange galt der Norden als der Korridor, in dem man günstig einsteigt und dafür Rendite bekommt. Nach den aktuellen Zahlen stimmt beides nur noch eingeschränkt: Beim Preis liegen Kesselheim, Lay und Moselweiß, Arenberg und Rübenach darunter, bei der Rendite liegen Kesselheim, Metternich und die Innenstadt darüber.
Wer heute dort kauft, kauft also nicht mehr den Renditevorsprung, sondern die Erwartung, dass die Aufholbewegung weitergeht. Das ist eine legitime Wette, aber es ist eine andere als die, mit der die meisten in diesen Teilmarkt gehen. Wie sich ein reiner Ertragsmarkt dagegen liest, zeigt der Beitrag zum Wohnungsmarkt in Kesselheim.
Hier gibt es alle drei unteren Lagestufen, aber keine sehr gute und keine Top-Wohnlage. Das ist ungewöhnlich: Von den 16 Koblenzer Teilmärkten weisen nur zwei überhaupt eine einfache Wohnlage aus, dieser und die Karthause. Genau daraus entsteht die große Spanne innerhalb weniger Straßen.
| Wohnlage | Wohnung, Kaufpreis je m² | Wohnung, Kaltmiete je m² |
|---|---|---|
| Wohnlageeinfach | Wohnung, Kaufpreis je m²1.770 bis 2.530 € | Wohnung, Kaltmiete je m²6,20 bis 9,10 € |
| Wohnlagemittel | Wohnung, Kaufpreis je m²2.070 bis 3.710 € | Wohnung, Kaltmiete je m²7,35 bis 13,15 € |
| Wohnlagegut | Wohnung, Kaufpreis je m²2.770 bis 4.780 € | Wohnung, Kaltmiete je m²9,30 bis 17,70 € |
Zwischen der günstigsten und der teuersten Wohnung desselben Teilmarkts liegt der Faktor 2,7. Ein Durchschnittswert trägt hier deshalb weniger weit als anderswo.
Im Norden von Koblenz steht viel Vorkriegsbestand, und genau dort ist der Abstand zwischen unsaniert und saniert am größten. Der Bericht führt Kaufpreise und Mieten nach Bau- und Sanierungsjahr, jeweils vom renovierungsbedürftigen bis zum sanierten Zustand:
| Baujahr oder Sanierungsstand | Kaufpreis je m² | Kaltmiete je m² |
|---|---|---|
| Baujahr oder Sanierungsstandbis 1950 | Kaufpreis je m²1.770 bis 3.150 € | Kaltmiete je m²6,20 bis 11,55 € |
| Baujahr oder Sanierungsstandbis 1970 | Kaufpreis je m²1.980 bis 3.360 € | Kaltmiete je m²6,80 bis 12,15 € |
| Baujahr oder Sanierungsstandbis 1996 | Kaufpreis je m²2.070 bis 3.660 € | Kaltmiete je m²7,35 bis 13,10 € |
| Baujahr oder Sanierungsstandbis 2011 | Kaufpreis je m²2.450 bis 4.150 € | Kaltmiete je m²8,15 bis 15,40 € |
| Baujahr oder Sanierungsstandbis 2020 | Kaufpreis je m²2.880 bis 4.780 € | Kaltmiete je m²8,85 bis 17,70 € |
Ein unsanierter Altbau bis 1950 und eine sanierte Wohnung derselben Straße können sich im Quadratmeterpreis fast verdoppeln. Wer ein Inserat gegen den Marktschnitt hält, muss deshalb zuerst die Zeile finden, in die das Objekt gehört.
Ein Einfamilienhaus kostet im Schnitt 481.600 Euro bei 2.240 Euro je Quadratmeter, mit 215 Quadratmetern Wohnfläche auf 495 Quadratmetern Grundstück. Die Spanne ist weit und reicht von 120.800 bis 792.300 Euro.
| Haustyp | Ø Gesamtpreis | Ø Preis je m² | Ø Wohn- und Grundstücksfläche |
|---|---|---|---|
| HaustypEinfamilienhaus | Ø Gesamtpreis481.600 € | Ø Preis je m²2.240 € | Ø Wohn- und Grundstücksfläche215 / 495 m² |
| HaustypDoppelhaushälfte | Ø Gesamtpreis366.300 € | Ø Preis je m²2.220 € | Ø Wohn- und Grundstücksfläche165 / 490 m² |
| HaustypReihenhaus | Ø Gesamtpreis305.200 € | Ø Preis je m²2.180 € | Ø Wohn- und Grundstücksfläche140 / 285 m² |
| HaustypZweifamilienhaus | Ø Gesamtpreis384.200 € | Ø Preis je m²2.260 € | Ø Wohn- und Grundstücksfläche170 / 595 m² |
Häuser laufen hier gegen die Wohnungen: minus 0,9 Prozent in zwölf Monaten. Wer Haus und Wohnung im selben Stadtteil vergleicht, vergleicht zwei Märkte, die sich gerade in verschiedene Richtungen bewegen.
Die folgende Rechnung ist eine Modellrechnung mit offen genannten Annahmen und keine Zusage. Sie geht vom Durchschnitt der mittleren Flächenklasse aus, also 156.400 Euro Kaufpreis für rund 59 Quadratmeter, und rechnet ohne Maklerprovision.
| Position | Annahme | Betrag |
|---|---|---|
| PositionKaufpreis | AnnahmeØ 40 bis 80 m², Marktbericht | Betrag156.400 € |
| PositionGrunderwerbsteuer | Annahme5,0 % in Rheinland-Pfalz, § 11 GrEStG | Betrag7.820 € |
| PositionNotar und Grundbuch | Annahme1,5 bis 2,0 % | Betrag2.350 bis 3.130 € |
| PositionEigenkapital | AnnahmeNebenkosten plus 20 % des Kaufpreises | Betrag41.450 bis 42.230 € |
| PositionDarlehensbedarf | AnnahmeKaufpreis minus 20 % Eigenkapital | Betrag125.120 € |
| PositionBeleihungsauslauf auf den Kaufpreis | Annahme125.120 € von 156.400 € | Betrag80,0 % |
Die Rechnung endet hier bewusst. Eine monatliche Rate lässt sich ohne Zinssatz nicht bilden, und Konditionen gehören ins Gespräch und nicht in einen Ratgebertext, weil sie mit jeder Zinsbewegung veralten.
Sie prüft, ob der Preis nachhaltig ist. Die Bank finanziert nicht gegen den Kaufpreis, sondern gegen den Beleihungswert. Ermittelt wird er nach der Beleihungswertermittlungsverordnung, die einen bewusst vorsichtigen Wert vorschreibt: Er soll über die gesamte Beleihungsdauer erzielbar sein, nicht nur am Kauftag.
Ein Anstieg von 8,3 Prozent in einem Jahr ist für eine Bank deshalb kein Argument für einen höheren Wert, sondern eher ein Anlass für Zurückhaltung. Dazu kommen der hohe Altbauanteil und die einfache Wohnlage, die beide auf den Sicherheitsabschlag wirken. Der Beleihungsauslauf auf den Beleihungswert fällt damit regelmäßig höher aus als die 80 Prozent aus der Modellrechnung oben. Wie diese Stufen die Finanzierung verändern, steht im Beitrag zum Beleihungsauslauf.
Wie eine Bank eine vermietete Eigentumswohnung im Einzelnen bewertet, steht im Beitrag zur Bewertung einer Eigentumswohnung.
In drei Schritten, und in dieser Reihenfolge. Der Marktschnitt ist der letzte Schritt, nicht der erste, weil er erst aussagekräftig wird, wenn Zustand und Lage eingeordnet sind.
Alle Marktzahlen in diesem Beitrag stammen aus dem Immobilienmarktbericht 2026 der Sparkasse Koblenz, Teilmarkt 1.12, Datenstand 2025. Steuerliche Fragen zur Vermietung, etwa zur Abschreibung oder zur Abgrenzung von Erhaltungs- und Herstellungsaufwand, gehören zu Ihrer Steuerberatung.
Kaufpreise, Teilmärkte und Lagen zwischen Koblenz, Neuwied und dem Maifeld, jeweils mit Herausgeber und Datenstand.
Die Angaben in diesem Beitrag stützen sich auf die folgenden Quellen. Gesetzestexte und Programmbedingungen ändern sich, prüfen Sie im Zweifel den dort veröffentlichten Stand.
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KapitalanlageDieser Beitrag gibt allgemeine Hinweise und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Rechtsstand ist der . Für steuerliche Fragen ziehen Sie bitte zusätzlich einen Steuerberater hinzu.
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