Die Sollzinsbindung ist der Zeitraum, für den der Sollzins im Darlehensvertrag fest vereinbart ist. Üblich sind 5, 10, 15 oder 20 Jahre. Nach Ablauf muss die Restschuld zu dann geltenden Bedingungen weiter finanziert werden.
Das Wichtigste
- Während der Bindung ist die Rate sicher, danach trägt der Kunde das Zinsänderungsrisiko für die Restschuld.
- Nach zehn Jahren ab vollständiger Auszahlung kann der Kunde mit sechs Monaten Frist kündigen, auch bei längerer Bindung.
- Spätestens drei Monate vor Ende muss die Bank mitteilen, ob sie ein Anschlussangebot macht.
- Die Bank refinanziert jede Bindung passend, deshalb entsteht bei vorzeitiger Rückzahlung ein Schaden.
Warum prüft die Bank die Restschuld am Bindungsende?
Die Bank prüft die Restschuld am Bindungsende, weil dort das größte Risiko des Kunden liegt. Steigen die Zinsen bis dahin, wird die Anschlussrate höher. Eine Restschuld, die im Verhältnis zum Einkommen sehr hoch ist, kann dann zur Belastung werden. Viele Banken rechnen deshalb in der Kreditprüfung mit einer höheren Anschlussrate, um zu sehen, ob der Haushalt sie tragen könnte.
Je kürzer die Bindung und je niedriger die Tilgung, desto höher ist die Restschuld. Eine lange Bindung mit solider Tilgung macht die Finanzierung für die Bank planbarer und kann die Einstufung verbessern.
| Bindung | Planungssicherheit | Typischer Zweck |
|---|---|---|
| 5 Jahre | gering | absehbare Rückzahlung oder Verkauf |
| 10 Jahre | mittel | häufigste Wahl bei Selbstnutzern |
| 15 Jahre | hoch | knappe Haushaltsrechnung |
| 20 Jahre und mehr | sehr hoch | langfristig kalkulierte Familienfinanzierung |
Welche Bindung passt zu wem?
Welche Bindung passt, hängt vom Ziel ab. Selbstnutzer mit knapper Haushaltsrechnung profitieren von langer Sicherheit. Kapitalanleger, die einen Verkauf in einigen Jahren nicht ausschließen, achten eher auf Flexibilität, denn eine Rückzahlung vor Bindungsende kostet eine Vorfälligkeitsentschädigung. Eigentümer kurz vor einer Erbschaft oder Sonderzahlung wählen oft eine kürzere Bindung.
Rechenbeispiel: Restschuld nach zehn Jahren
- Annahme: Darlehen 300.000 €, Monatsrate 1.500 €, Zinsanteil im ersten Monat 1.000 €.
- Laut Tilgungsplan beträgt die Restschuld nach zehn Jahren rund 226.400 €.
- Steigt der Zinsanteil der Anschlussrate angenommen um 200 € je Monat, kostet das 200 € x 12 = 2.400 € im Jahr.
Rund drei Viertel der Darlehenssumme stehen nach zehn Jahren noch aus und unterliegen dem Zinsänderungsrisiko.
Häufige Fragen
Kann ich nach zehn Jahren auch bei 15 Jahren Bindung kündigen?
Ja, das gesetzliche Kündigungsrecht nach zehn Jahren ab vollständiger Auszahlung gilt mit sechs Monaten Frist, ohne Vorfälligkeitsentschädigung.
Wann sollte ich mich um den Anschluss kümmern?
Spätestens ein bis drei Jahre vorher, wenn ein Forward-Darlehen in Betracht kommt, sonst einige Monate vor Ende der Bindung.
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Was heißt das für Ihre Finanzierung?
Im Erstgespräch rechnen wir Ihren Fall so, wie die Bank ihn rechnet.
Quellen und Rechtsgrundlagen
Stand: 16. Oktober 2026. Für Ihren Einzelfall ersetzt die Erklärung keine Beratung.