Glossar · Kredit & Zins

    Sollzins: wie die Bank ihn bildet

    Enis Recica
    Stand: · 2 Min. Lesezeit
    Kurz erklärt

    Der Sollzins ist der Preis, den die Bank für das Überlassen des Darlehens berechnet, bezogen auf die jeweilige Restschuld. Er bestimmt den Zinsanteil jeder Rate. Nebenkosten des Darlehens enthält er nicht, diese zeigt erst der Effektivzins.

    Das Wichtigste

    • Der Sollzins entsteht aus den Refinanzierungskosten der Bank plus Aufschlägen für Risiko, Kosten und Marge.
    • Ein niedriger Beleihungsauslauf und eine gute Bonität senken den Risikoaufschlag.
    • Längere Sollzinsbindungen kosten in der Regel mehr, weil die Bank sich länger refinanzieren muss.
    • Der Sollzins wird während der Bindung nicht verändert, egal wie sich der Markt bewegt.

    Woraus setzt sich der Sollzins zusammen?

    Der Sollzins setzt sich aus dem Einstand der Bank und mehreren Aufschlägen zusammen. Der Einstand ist das, was die Bank selbst für Geld mit derselben Laufzeit zahlt, etwa über Pfandbriefe oder Kundeneinlagen. Er folgt den Kapitalmarktzinsen für lange Laufzeiten, nicht direkt dem Leitzins.

    Darauf rechnet die Bank einen Aufschlag für das Ausfallrisiko, der vom Beleihungsauslauf und der Bonität abhängt, einen Aufschlag für Bearbeitung und Eigenkapitalkosten sowie ihre Marge. Gerade der Risikoaufschlag ist der Teil, den Kreditnehmer durch mehr Eigenkapital, ein sicheres Einkommen und eine saubere Schufa selbst beeinflussen.

    Treiber des Sollzinses
    Treiber Wirkung Einfluss des Kunden
    Kapitalmarktniveau verschiebt alle Angebote keiner, nur Zeitpunkt
    Sollzinsbindung längere Bindung meist teurer Wahl der Laufzeit
    Beleihungsauslauf höherer Auslauf, höherer Aufschlag Eigenkapital einsetzen
    Bonität schwächere Bonität, höherer Aufschlag Schulden abbauen, Unterlagen sauber
    Darlehenshöhe sehr kleine Darlehen oft teurer Bündelung von Krediten

    Was können Sie für einen besseren Sollzins tun?

    Für einen besseren Sollzins können Sie vor allem den Beleihungsauslauf senken. Schon wenige Tausend Euro mehr Eigenkapital können einen Antrag in eine bessere Stufe heben. Außerdem lohnt es sich, die Unterlagen vollständig einzureichen, denn eine lückenhafte Akte führt eher zu vorsichtiger Einstufung. Kapitalanleger sollten wissen, dass vermietete Objekte je nach Bank anders eingestuft werden als selbst genutzte.

    Rechenbeispiel: Zwei Angebote im Vergleich

    Annahmen ausgedacht, zur Veranschaulichung.
    1. Annahme: Darlehen 250.000 €, Zinsanteil im ersten Monat bei Angebot A 750 €, bei Angebot B 790 €.
    2. Unterschied im ersten Monat: 40 €.
    3. Vereinfacht über zehn Jahre ohne Berücksichtigung der sinkenden Restschuld: 40 € x 120 = 4.800 €.

    Der tatsächliche Unterschied ist etwas geringer, weil die Restschuld sinkt, liegt aber in der Größenordnung mehrerer Tausend Euro.

    Häufige Fragen

    Ist der niedrigste Sollzins immer das beste Angebot?

    Nicht unbedingt. Sondertilgungsrechte, bereitstellungsfreie Zeit und Nebenkosten können ein Angebot mit etwas höherem Sollzins günstiger machen.

    Warum senkt eine Leitzinssenkung den Sollzins nicht sofort?

    Baufinanzierungen werden über lange Laufzeiten refinanziert. Diese Zinsen bilden sich am Kapitalmarkt und reagieren eher auf Inflations- und Konjunkturerwartungen.

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    Was heißt das für Ihre Finanzierung?

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    Quellen und Rechtsgrundlagen

    Stand: 16. Oktober 2026. Für Ihren Einzelfall ersetzt die Erklärung keine Beratung.

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