Beamte gelten bei Banken als sichere Kreditnehmer. Trotzdem rechnet die Bank bei ihnen an einigen Stellen anders als bei Angestellten: beim Status, bei der Krankenversicherung und beim Blick auf den Ruhestand. Was zählt und welche Unterlagen Sie brauchen.
Ja, Beamte auf Lebenszeit bekommen in der Regel leichter ein Darlehen als die meisten Angestellten, weil Banken ihr Einkommen als besonders sicher einstufen. Die Bezüge sind gesetzlich geregelt, steigen nach festen Stufen und hängen nicht vom Erfolg eines Arbeitgebers ab. Eine Kündigung wie im Arbeitsrecht ist im Beamtenverhältnis auf Lebenszeit nicht vorgesehen. Für die Bank bedeutet das: Das Risiko, dass das Einkommen während der Laufzeit wegbricht, ist gering.
Leichter heißt aber nicht ohne Prüfung. Auch bei Beamten muss die Bank nach § 505b BGB die Kreditwürdigkeit prüfen, und bei einer Baufinanzierung muss es wahrscheinlich sein, dass Sie die Raten vertragsgemäß zahlen können. Die Haushaltsrechnung läuft also genauso wie bei allen anderen. Der Unterschied liegt in einigen Positionen, die bei Beamten anders aussehen: dem Status, der Krankenversicherung und dem Einkommen im Ruhestand.
Mit „Darlehen für Beamte“ sind im Alltag zwei verschiedene Dinge gemeint. Zum einen der Ratenkredit ohne Grundschuld, etwa für ein Auto oder eine Anschaffung, den Sie auf der Seite Kredit für Beamte anfragen können. Zum anderen die Baufinanzierung für Kauf, Bau oder Modernisierung einer Immobilie. Dieser Beitrag beschreibt vor allem, wie Banken bei der Baufinanzierung rechnen. Die Grundsätze gelten für den Ratenkredit aber ebenso.
Konditionen nennt dieser Ratgeber bewusst nicht. Ob ein Beamtenstatus sich bei Ihrer Anfrage im Angebot niederschlägt, hängt von der Bank, vom Objekt und vom Tag der Anfrage ab.
Für die Bank zählt vor allem, ob Sie Beamter auf Lebenszeit, auf Probe, auf Zeit oder auf Widerruf sind, denn danach richtet sich, wie sicher die Bezüge über die Laufzeit sind. Die vier Formen unterscheidet § 4 BeamtStG. Das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit dient der dauernden Wahrnehmung von Aufgaben und ist der Regelfall. Die anderen drei sind von vornherein auf eine Probezeit, eine Ausbildung oder eine befristete Aufgabe zugeschnitten.
Beamte auf Probe können nach § 23 BeamtStG unter anderem entlassen werden, wenn sie sich in der Probezeit nicht bewähren. Beamte auf Widerruf können jederzeit entlassen werden. Das ist der Grund, warum Banken an dieser Stelle unterschiedlich reagieren. Viele finanzieren Probebeamte trotzdem, wenn die Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit absehbar ist. Für Beamte auf Widerruf, etwa im Referendariat oder im Vorbereitungsdienst, ist eine Baufinanzierung dagegen schwer zu bekommen.
| Status | Was das Gesetz vorsieht | Wie Banken es meist sehen |
|---|---|---|
| StatusAuf Lebenszeit | Was das Gesetz vorsiehtDauerhafte Wahrnehmung von Aufgaben, Regelfall | Wie Banken es meist sehenSicheres Einkommen, breite Bankenauswahl |
| StatusAuf Probe | Was das Gesetz vorsiehtProbezeit vor der Lebenszeitverbeamtung | Wie Banken es meist sehenHäufig möglich, Ende der Probezeit wird erfragt |
| StatusAuf Zeit | Was das Gesetz vorsiehtBefristete Aufgabe oder Leitungsamt | Wie Banken es meist sehenAbhängig von Restlaufzeit und Rückfallposition |
| StatusAuf Widerruf | Was das Gesetz vorsiehtVorbereitungsdienst oder vorübergehende Aufgabe | Wie Banken es meist sehenFür Baufinanzierungen meist zu unsicher |
Die Bank setzt bei Beamten die Nettobezüge aus der Bezügemitteilung an, und davon zieht sie den Beitrag zur privaten Krankenversicherung ab. Das ist der wichtigste Unterschied zum Angestellten. Bei einer Lohnabrechnung sind Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung schon abgezogen. Auf der Bezügemitteilung eines Beamten fehlen diese Abzüge, weil Beamte nicht in die gesetzliche Sozialversicherung einzahlen. Das Netto sieht dadurch höher aus, als es für den Haushalt tatsächlich ist.
Den Rest der Krankheitskosten trägt der Dienstherr über die Beihilfe. Nach § 46 BBhV beträgt der Bemessungssatz für Bundesbeamte im Regelfall 50 Prozent, mit zwei oder mehr berücksichtigungsfähigen Kindern 70 Prozent, für Versorgungsempfänger ebenfalls 70 Prozent. Die Länder haben eigene Beihilfevorschriften. Den Teil, den die Beihilfe nicht abdeckt, versichern Sie privat, und genau diesen Beitrag will die Bank sehen.
Zum Einkommen zählen neben dem Grundgehalt der Familienzuschlag und regelmäßige Zulagen, sofern sie dauerhaft gezahlt werden. Einmalige oder befristete Zahlungen setzen Banken meist nicht oder nur zum Teil an. Wie die Bank Einkommen und Ausgaben insgesamt gegenüberstellt, beschreibt der Beitrag Was prüfen Banken an meiner Person.
Fehlt der Nachweis zur privaten Krankenversicherung, setzt die Bank entweder einen eigenen Pauschalbetrag an oder stellt die Anfrage zurück. Beides lässt sich vermeiden, wenn die aktuelle Beitragsrechnung von Anfang an in den Unterlagen liegt.
Läuft das Darlehen voraussichtlich über den Eintritt in den Ruhestand hinaus, rechnet die Bank für diese Zeit mit der Pension statt mit den aktiven Bezügen. Für Bundesbeamte regelt § 14 BeamtVG die Höhe: je Jahr ruhegehaltfähiger Dienstzeit 1,79375 Prozent, höchstens 71,75 Prozent und mindestens 35 Prozent der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge. Die Länder haben eigene Versorgungsgesetze mit ähnlichem Aufbau.
Für die Bank ist die Pension ein Vorteil gegenüber vielen Angestellten, weil sie gut vorhersehbar ist. Die gesetzliche Rente eines Angestellten hängt von vielen Beitragsjahren ab und lässt sich weniger genau schätzen. Trotzdem sinkt das verfügbare Einkommen im Ruhestand, und die Beihilfe steigt zwar, der Beitrag zur privaten Krankenversicherung fällt aber nicht weg. Die Bank prüft deshalb, ob die Rate auch dann noch tragbar ist, oder ob die Restschuld bis dahin so weit gesunken ist, dass eine Anschlussfinanzierung realistisch bleibt.
Hilfreich ist eine Versorgungsauskunft Ihrer Dienststelle oder Versorgungsstelle. Sie zeigt, mit welcher Pension Sie nach heutigem Stand rechnen können. Wer kurz vor dem Ruhestand finanziert, sollte die Tilgung so wählen, dass die Restschuld bei Pensionsbeginn überschaubar ist. Welche Stellschrauben es dafür gibt, beschreibt der Beitrag Zinsbindung.
Die Dienstunfähigkeit ist bei jungen Beamten die größte Lücke, und manche Banken fragen deshalb nach einer Absicherung. Ein Anspruch auf Ruhegehalt entsteht nach § 4 BeamtVG in der Regel erst nach einer Dienstzeit von mindestens fünf Jahren. Ausnahme ist eine Dienstunfähigkeit infolge einer Beschädigung, die ohne grobes Verschulden bei der Ausübung des Dienstes entstanden ist.
Wer vor Ablauf dieser Wartezeit aus gesundheitlichen Gründen ausscheidet, steht finanziell deutlich schlechter da als ein Lebenszeitbeamter mit langer Dienstzeit. Für Probebeamte kommt hinzu, dass mangelnde gesundheitliche Eignung zur Entlassung führen kann. Eine Dienstunfähigkeitsversicherung schließt diese Lücke. Eine Pflicht dazu gibt es nicht, aber in der Haushaltsrechnung steht der Beitrag als Ausgabe, und in der Gesamtschau wirkt eine abgesicherte Finanzierung für viele Banken überzeugender.
Ein Beamtendarlehen ist traditionell ein endfälliges Darlehen, das am Ende der Laufzeit auf einen Schlag aus einer angesparten Lebensversicherung getilgt wird. Während der Laufzeit zahlen Sie nur Zinsen an die Bank und parallel Beiträge in die Versicherung. Der Name stammt daher, dass dieses Modell früher vor allem Beamten angeboten wurde, weil ihre sicheren Bezüge eine lange Laufzeit ohne Tilgung vertretbar machten.
Für Baufinanzierungen ist heute das Annuitätendarlehen der Normalfall: gleichbleibende Rate, laufende Tilgung, sinkende Restschuld. Das endfällige Modell hat einen Schwachpunkt, den man kennen sollte. Die Restschuld sinkt bis zum Schluss nicht, und ob die Versicherung am Ende reicht, steht erst bei Auszahlung fest. Wer ein solches Modell angeboten bekommt, sollte es vor der Unterschrift neben ein Annuitätendarlehen mit Sondertilgungsrecht legen. Wie Sondertilgungen wirken, zeigt der Beitrag Sondertilgung.
Beamte brauchen für die Bank im Wesentlichen dieselben Unterlagen wie Angestellte, dazu zwei Nachweise, die bei Angestellten entfallen. Das ist zum einen der Nachweis über den Status, zum anderen der Beitrag zur privaten Krankenversicherung. Fehlt einer davon, kommt die Rückfrage der Bank mit großer Wahrscheinlichkeit.
Beamte brauchen grundsätzlich nicht weniger Eigenkapital als andere Käufer, haben aber mit sicherem Einkommen bessere Chancen, auch mit wenig Eigenkapital eine Bank zu finden. Ein sicheres Einkommen gleicht einen hohen Beleihungsauslauf nicht vollständig aus, macht ihn für viele Banken aber vertretbar. Die Kaufnebenkosten aus eigenen Mitteln zu zahlen, bleibt in den meisten Fällen der Ausgangspunkt.
Was eine Bank bei einer Finanzierung mit wenig oder ohne Eigenkapital verlangt, zeigt der Beitrag Vollfinanzierung: was die Bank verlangt. Wie viel Immobilie zu Ihrem Einkommen passt, beantwortet der Beitrag Wie viel Immobilie kann ich mir leisten.
Eine Einschätzung mit Ihren Zahlen und eine konkrete Kondition bekommen Sie im Gespräch zur Baufinanzierung. Für einen Ratenkredit ohne Grundschuld finden Sie die Anfrage auf der Seite Kredit für Beamte.
Die Angaben in diesem Beitrag stützen sich auf die folgenden Quellen. Gesetzestexte und Programmbedingungen ändern sich, prüfen Sie im Zweifel den dort veröffentlichten Stand.
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Kredit für BeamteDieser Beitrag gibt allgemeine Hinweise und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Rechtsstand ist der . Für steuerliche Fragen ziehen Sie bitte zusätzlich einen Steuerberater hinzu.
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